
Bild: Seyrer (Gehry-Bauten im Medienhafen)
Nordrhein-Westfalen ist das nach der Bevölkerungsanzahl und dem Anteil an der nationalen Wirtschaftsleistung das größte deutsche Bundesland. Die drei größten Städte des Landes, Köln, Dortmund und Essen, dürfen sich die Hauptstadtkrone allerdings nicht aufsetzen – die beansprucht seit 1946 Düsseldorf. Und das mit Recht, wie die Stadt in den Folgejahren bewies: Weltweit tätige Konzerne siedelten sich hier an (vor allem deren Verwaltungsabteilungen, weswegen mitunter auch vom „Schreibtisch des Ruhrgebiets” gesprochen wird), seit 1965 ist Düsseldorf Universitäts- und seit 1971 Messestadt.
Per Flugzeug wird sie via Flughafen Düsseldorf-International erreicht, dem mit rund 18 Millionen Passagieren jährlich drittgrößten Deutschlands. Direkt von den Terminals gelangen Sie ins Düsseldorfer Zentrum mit der Schnellbahnlinie 7 oder per Hängebahn SkyTrain den Flughafenbahnhof, der nicht nur die Hauptstadt anfährt, sondern als Verkehrsknotenpunkt für ganz Nordrhein-Westfalen fungiert.
Der öffentliche Nahverkehr in Düsseldorf ist recht gut ausgebaut: Das Stadt- bzw. U-Bahn-Netz ist an den Schienenverbund Rhein-Ruhr angeschlossen und umfasst sieben Linien. Daneben verkehren 13 Straßenbahnlinien, eine Vielzahl an Buslinien und die Schnellbahn auf überregionalen Strecken. Eine besondere Eigenheit lässt sich im Düsseldorfer Straßenverkehr beobachten. Keine andere deutsche Stadt hat Fußgängerampel mit einer zusätzlichen Gelbphase. „Das Gelbsignal wird durch einen rechteckigen gelben Balken gekennzeichnet. Während dieser Zeit haben die Fußgänger die Möglichkeit, die Kreuzung zu räumen, ohne – wie in anderen Städten – gegen Rot laufen zu müssen”, heißt es dazu in Wikipedia. Dass sich dieses Problem durch eine blinkende Grünphase, wie sie in Österreich Standard ist, recht einfach zu vermeiden wäre, hat sich scheinbar noch nicht bis nach Deutschland herumgesprochen.
Die am Rheinufer gelegene Düsseldorfer Altstadt, tagsüber ein beliebtes Einkaufsviertel, verwandelt sich nach Feierabend in die „längste Theke der Welt”. Geschmiert wird die abendliche Geselligkeit mit dem beliebten Altbier, dem obergärigen Düsseldorfer Wahrzeichen in Flüssigform.
Freunde architektonischer Außergewöhnlichkeiten werden an den Frank Gehry-Bauten im Medienhafen nicht vorbeikommen. Wer es klassischer mag, schaut sich am besten im Goethe-Museum an der Jacobigasse um, dort finden sich Erstausgaben der meisterlichen Werke, Briefkorrespondenz und Entwurfsblätter. Halt, Goethe war gar nie in Düsseldorf tätig, mögen Sie einwenden und haben natürlich recht. Sagen Sie das aber den Düsseldorfern. Mehr Authentizität verspricht schon das Heinrich-Heine-Institut, denn Heine, „der jenseits seiner schriftstellerischen Größe unter den Journalistenpersönlichkeiten deutscher Sprache eine einsame Spitzenposition einnimmt”, wie es Süddeutsche-Korrespondent Michael Frank formuliert, war tatsächlich geborener und verstorbener Düsseldorfer. Im 1827 erschienenen Ideen. Das Buch Le Grand. schrieb er: „Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt, und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Muthe. Ich bin dort geboren und es ist mir, als müsste ich gleich nach Hause gehn. Und wenn ich sage nach Hause gehn, dann meine ich die Bolkerstraße und das Haus, worin ich geboren bin.”
Etwas holpriger drückt die Punk-Band Die Toten Hosen die Zuneigung zu ihrer Heimatstadt aus: „Wir haben in Düsseldorf / die längste Theke der Welt / Ja sind wir im Wald hier / wo bleibt unser Altbier”. Zudem bieten die Hosen auf ihrer Homepage eine alternative Stadtführung an.
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