
Bild: Toast to Life
Ein Meerjungfrauen-Festival würde man am ehesten in Kopenhagen vermuten, wo Hans Christian Andersen wirkte und auch die berühmte Skulptur seines nicht weniger berühmten Märchens auf einem Stein in das Hafengewässer blickt. Falsch vermutet.
Die größte internationale Veranstaltung, die sich gänzlich der chronisch unglücklichen Dame mit der Schwanzflosse widmet, findet nämlich jährlich in New York statt – oder genauer gesagt auf Coney Island, das in Wahrheit aber gar keine Insel ist, sondern eine Halbinsel am südlichen Ende Brooklyns. Nichtsdestotrotz ist auch das ein gebührlicher Ort, findet man auf Coney Island doch reichlich Straßenbezeichnungen, die der Meeresthematik geschuldet sind: Atlantic Avenue, Nautilus Avenue, Ocean Parkway, Surf Avenue, Sea Gate, Neptune Avenue und schließlich die Mermaid Avenue.
Ausgehend vom am Ufer gelegenen Boardwalk zieht jedes Jahr zu Sommerbeginn ein ganzer Tross bunter Umzugswagen und grell kostümierter Nixen, Piraten, Meeresgötter und maritimer Fantasiegeschöpfe durch die Straßen Coney Islands. Erstmals fand die Mermaid Parade im Jahr 1983 statt und auch wenn sich die Popularität bis Europa kaum herumgesprochen hat, entwickelte sie sich seitdem zu einer der größten Sommerveranstaltungen im Big Apple. Das Festival soll dabei an die fast vergessene Tradition des Mardi Gras erinnern, der zwischen 1903 und 1954 auch die Bewohner und Besucher Coney Islands verzauberte.
Das Datum für die heurige Mermaid Parade steht bereits fest: Am 20. Juni 2009 startet der Tross um etwa neun Uhr vormittags und wird bis am späten Nachmittag unterwegs sein. Im Anschluss findet der Mermaid Parade Ball statt, dafür benötigt man im Gegensatz zum Umzug allerdings Tickets.
Mehr Infos:
www.mermaidparade.com
www.mermaidparadeball.com